Große Humbergturm – Erlebnistour

Wir verlassen den Parkplatz Bremerhof Richtung Süden und folgen dem Hinweisschild Richtung Trippstadt hinauf zum Pfaffenbrunnen (1).

Der Brunnen diente einst der Wasserversorgung des Bremerhofes, seit 1215 Wirtschaftshof des von Barbarossa gestifteten Prämonstratenserklosters Kaiserslautern. Der Name Pfaffenbrunnen entstand, nachdem das Kloster 1510 weltliches Stift wurde und dort nicht mehr Mönche, sondern Geistliche (Pfaffen) wirkten. Bei einer Neufassung der Quelle fanden sich Tonröhren der früheren Wasserleitung. Das Wasser fließt heute über 57 Sandsteinblöcke in Kaskaden den Hang hinab. Erst 1935 fand der Bremerhof Anschluss an die Wasserversorgung der Stadt Kaiserslautern.

Wir folgen dem Panoramaweg (2) (Hinweisschild) Richtung Westen. Der Weg (auch Teil des Brunnenwegs) ermöglicht einige herrliche Aussichten auf die Stadt Kaiserslautern, das sich anschließende Nordpfälzer Bergland und den Donnersberg.

An der Weggabelung nach ca. 400 m bleiben wir auf dem oberen Weg, der sich kurz danach in einem Bogen Richtung Süden wendet.

Nach weiteren 500 m steht rechts am Wegrand der sogenannte Pfaffenfels (3). Er erinnert an den Weg (Aschbacher Pfad) der Pfaffen über den Pfaffenberg zu dem von ihnen betreuten Dorf Aschbach. Dem Weg weiter in bisheriger Richtung folgend, erreichen wir die Aschbacher Sohl (4) mit ihrer Schutzhütte. Eine Sohl oder Suhle bezeichnet eine morastige Bodenvertiefung. Den Morast um diese Wasserstellen nutzt das Schwarzwild gerne um sich darin zu suhlen.

Wir folgen in bisheriger Richtung ca. 350 m der Weg-markierung grüner Balken. An der nächsten Wegkreu-zung biegen wir links ab und erreichen nach 150 m eine Wegspinne. (Achtung: Nach einem kurzen Ausflug keh-ren wir hierher zurück!). Wir gehen weiter geradeaus und biegen nach 120 m in den Weg rechts ein. Nach ca. 230 m erkennen wir 10 m vom rechten Wegrand entfernt einen Abgrund. Hier biegen wir rechts auf einen nur noch schwach erkennbaren Weg ab. Dieser führt uns in einem engen Bogen nach rechts unten in einen Steinbruch.

Dieser historische Steinbruch (5) lieferte einst das Baumaterial für den 1898 erbauten Landgasthof Grün, Aschbacherhof. Nicht nachweisbar ist, ob davor schon für den Bau anderer Hofgebäude oder für das ehem. Kirchlein St. Blasius hier Steine gebrochen wurden.

Wir gehen die knapp 500 m zur Wegspinne zurück, und folgen dort dem Hinweisschild Madonnenweg (6).
Nach ca. 400 m entdecken wir links direkt am Weg-rand einen imposanten Fels. In den Stein eingelassen ist eine Bronzetafel mit einer Darstellung der Mutter Gottes und ihrem Kind. Die Gestaltung des Felsens geht auf eine Initiative des früheren Forstbeamten Heinz Becker zurück (1986). Die Tafel fertigte und stiftete der Nähmaschinenhersteller Pfaff.

Nach weiteren 350 m erscheinen links am Hang große Felsen. Wer Lust hat, kann zu einer Höhle unter dem ersten Fels aufsteigen. Diese Höhle, früher durch eine Eisentür verschlossen, diente als Pulverkammer für den nahegelegenen Steinbruch.
Ca. 800 m weiter entdecken wir (auf Höhe des im Tal liegenden Brunnenhäuschens) direkt am linken Wegrand den LGK-Stein (7). Die Inschrift LGK 1952 mit dem Wappen der Stadt Kaiserslautern erinnert daran, dass Häftlinge aus dem Landgerichtsgefängnis Kaiserslautern 1952 hier in mühevoller Arbeit den Ausbau der Waldwege betrieben.

Im Tal des alten Letzbachs angekommen, biegen wir in den Fahrweg nach rechts ab. Vor Jahrhunderten befand sich hier im Tal die untergegangene Siedlung (Wüstung) Lützelbach (1222 urkundlich erwähnt). Am Ende des Weges biegen wir links ab, um bereits nach 10 m wieder links zu gehen.

Der Weg stößt direkt auf den TSG-Brunnen (8). 1973 wurde der Brunnen, angeregt von Kurt Mohr und durch
die Spende eines Gönners ermöglicht, von der Wander-abteilung der TSG 1861 Kaiserslautern errichtet.
Wir folgen dem Hinweisschild Hindenburgpfad (9) bergauf. Nach ca. 750 m (Ruhebank) sehen wir links am Hang einen Felsen mit dem Logo des DTB. Die Gestal-tung geschah zum 125-jährigen Jubiläum des Pfälzer Turnerbundes (gegr. 1861) und geht auf eine Initiative von Johann Steingötter (TFC Kaiserslautern) zurück..
30 m weiter steht direkt am Weg der um 1930 geschaffene Hindenburgstein (10) mit einem Portrait des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

Der Pfad endet am Dreieckstein (11). Hier trafen die Grenzen von Stadt-, Reichs- und Stiftswald zusammen. Die drei Seiten des Grenzsteins zeigen – neben dem Wappen der Stadt Kaiserslautern – das Wittelsbacher Wappen für Kurpfalz-Bayern und die Wolfsangel für den Besitz des Lauterer Chorherrenstifts.

Die Wegmarkierung mit dem roten Turmlogo führt uns 350 m bergauf. Nach dem steilem Anstieg verlassen wir 100 m hinter der Wegspinne den Weg und gehen rechts querfeldein in den Wald auf das Naturdenkmal Humbergkastanien (12) zu.

Die ca. 140 Jahre alten Edelkastanienbäume auf dem Kamm des Großen Humbergs sind Nachkömmlinge früherer Pflanzungen eines städtischen Wolfsjägers, der einst hier seine Hütte hatte.

Wir gehen zurück auf den markierten Weg und erreichen nach 700 m den Humbergturm (13). Der Aus-sichtsturm steht auf dem 425 Meter hohen Großen Humberg. Im Frühjahr 1899 war Baubeginn. Anfang September 1900 wurde der Turm eingeweiht. Er ist heute im Besitz der Stadt Kaiserslautern. Um seine Att-raktivität als Wanderziel macht sich der Humbergturm-Verein e.V. Kaiserslautern verdient. Der Turm ist fast 36 m hoch. 163 Stufen führen zur Aussichtsplattform in 28 m Höhe.

Der Wanderweg Nr. 2 führt uns bergab in westliche Richtung zum Ausgangspunkt Bremerhof zurück. 

Turmlogo

UTM-Koordinaten/UTM-coordinates/UTM-coordonnées (WGS 84):
32U E 411502 N 5474311