Kleine Humbergturm – Erlebnistour

Eine unterhaltsame Spurensuche durch die Wald-abteilungen Mausbuch und Hüttenhang nahe dem Bremerhof hinauf zum Pfaffenberg und zum Großen Humberg mit seinem herrlichen Aussichtsturm.

Länge ca. 6,7 km (Dauer etwa 1,5 Std.)
145 Höhenmeter (Turmbesteigung plus 28 m)
Die Wanderung beginnt und endet am Bremerhof (ca. 2 km vom südl. Stadtrand von Kaiserslautern gelegen)

Bremerhof (1) – Reichswaldbrunnen (2) – Ehem. Dicke Eiche (3) – Hügelgräber (4) – Katharineneiche (5) – Julchen – Stein (6) – Panoramaweg (7) – Pfaffenbrunnen (8) – Dreieckstein (9) – Humbergkastanien (10) – Humbergturm (11) – ehem. VVK – Ruhebank (12)

Wir blicken zunächst vom Parkplatz Bremerhof (1) auf die von dem Lauterer Künstler Addi Schaurer (1912-1990) gestaltete Wand auf der südlichen Giebelseite des “Alten Bremerhofs”. Sie weist auf seine lange Geschichte hin. Als Hofgut “Bremeren” wird er erstmals 1215 in einer Urkunde vom damaligen König und späteren Kaiser Friedrich II. (ein Enkel Friedrich Barbarossas) erwähnt. Er war zu dieser Zeit Wirtschaftshof des Prämonstratenserklosters Kaiserslautern.

Wir gehen am Biergarten vorbei, biegen links um die Ecke, um wenig später in den Weg nach rechts unten abzubiegen. Der Weg führt uns direkt zum Reichswald-brunnen (2). Der Laufbrunnen mit Anschluss an die Wasserleitung (Rote Hohl) wurde 1972 von Steinmetz Rudolf Faschon aus Kaiserslautern geschaffen.
Nur wenige Meter neben dem Brunnen können wir im Boden Reste der ehemaligen “Dicken Eiche” erkennen. 1959 musste die ca. 400 Jahre alte Dicke Eiche (3) nach Fäulnis und Brandanschlägen gefällt werden. Heu-te erinnert ein Findling mit Metallplatte und folgender Inschrift an diese: “Hier stand die Dicke Eiche, die 400 Jahre lang die Stürme und Fährnisse einer bewegten Geschichte der Stadt überdauerte. Am 21.4.1963, am Tag des Baumes pflanzten in ihren morschen Stumpf eine junge Eiche … .

Den Weg weiter in bisheriger Richtung folgend, bie-gen wir nach 30 m rechts ab. Nach knapp 200 m “schlagen wir uns in die Büsche”. Dazu gehen wir einige Meter vor der links am Wegrand stehenden Ruhebank links querfeldein in den Wald. Hier finden wir einige Hügelgräber (4). Sie stammen wahrscheinlich aus der Hallstatt- (ca. 8. – 5. Jh. v. Chr.) oder Latènezeit (ca. 5. – 1. Jh. v. Chr.) und deuten auf eine frühere kleine Keltensiedlung in der näheren Umgebung hin.

Wir durchqueren das Waldgelände und biegen auf den gegenüber verlaufenden Weg links ein. Zunächst gehen wir zurück in Richtung Reichswaldbrunnen, biegen aber an der nächsten Wegkreuzung rechts ab. An der folgenden Kreuzung entdecken wir die über 200 Jahre alte, zu Zeiten Napoleons gepflanzte Katharinen-Eiche (5). Der frühere Revierbeamte Heinz Becker wid-mete sie der langjährigen (fast 40 J.) Waldarbeiterin Katharina Woll anlässlich ihrer Pensionierung 1980. Der ehemalige Stadtarchivar Heinz Friedel vermutete in einem Zeitungsartikel irrtümlich die berühmte Köchin des Bremerhofs, Katharina Werle (1857-1903) als Na-mensgeberin. An sie wird an anderer Stelle erinnert. Als Friedrich Werle, der Wirt des Bremerhofs, Ende des 19. Jh. der Stadt einen Streifen Land zum Bau einer Straße abtrat, wurde diese Katharinenstraße genannt.

Von unserem bisherigen Weg aus gesehen biegen wir rechts Richtung Westen ab, um den Fahrweg an der zweiten Kreuzung nach links zu verlassen. Wir gehen steil bergan, überqueren dabei einen Fahrweg, gehen dann noch 220 m bis zu einer Weggabelung. Wir blei-ben rechts und kommen nach 25 m zum Julchen-Stein (6). Der Gedenkstein rechts des Pfades erinnert an die erst 16-jährige Trippstadter Gastwirtstochter Julie Schaeffer, die im Februar 1868 hier ermordet wurde. Die Tat beschäftigte lange Jahre Justiz und Presse, konnte jedoch nie aufgeklärt werden.

Wir gehen den Pfad weiter bergauf, überqueren einen Fahrweg, bis wir die Markierung mit dem roten Turmlogo entdecken. Ihr folgen wir (scharf links abbiegend) zum Panoramaweg (7). Der Weg ermöglicht eini-ge herrliche Aussichten auf die Stadt Kaiserslautern, das Nordpfälzer Bergland und den Donnersberg.

Nach 400 m in östlicher Richtung kommen wir zum Pfaffenbrunnen (8). Der Brunnen diente einst der Was-serversorgung des Bremerhofs, seit 1215 Wirtschafts-hof des von Barbarossa gestifteten Prämonstraten-serklosters Kaiserslautern. Der Name Pfaffenbrunnen entstand, nachdem das Kloster 1510 weltliches Stift und die dortigen Mönche zu Pfaffen (weltliche Priester) wurden. Bei einer Neufassung der Quelle fand man Tonröhren einer früheren Wasserleitung. Das Wasser fließt heute über 57 Sandsteinblöcke in Kaskaden den Hang hinab. Erst 1935 fand der Bremerhof Anschluss an die Wasserversorgung der Stadt Kaiserslautern.

Die Schutzhütte beim Brunnen wurde 1976, nach-dem die bisherige Hütte einem Brandanschlag zum Opfer gefallen war, anlässlich des 700. Jubiläums der Verleihung der Stadtrechte durch König Rudolf von Habsburg, durch Mitarbeiter der Baupolizei KL erbaut.

Wir folgen weiter dem Turmlogo Richtung Osten zum Dreieckstein (9). Hier trafen die Grenzen von Stadt-, Reichs- und Stiftswald zusammen. Die drei Sei-ten des Grenzsteins zeigen – neben dem Wappen der Stadt Kaiserslautern – das Wittelsbacher Wappen für Kurpfalz-Bayern und die Wolfsangel für den Besitz des Lauterer Chorherrenstifts.

Unsere Wegmarkierung führt uns danach 350 m bergauf. Nach dem steilem Anstieg verlassen wir 100 m hinter der Wegspinne den Weg und gehen rechts quer-feldein in den Wald auf das Naturdenkmal Humberg-kastanien (12) zu. Die ca. 140 Jahre alten Edelkastanienbäume auf dem Kamm des Großen Humbergs sind Nachkömmlinge früherer Pflanzungen eines städtischen Wolfsjägers, der einst hier seine Hütte hatte.

Wir gehen zurück auf den markierten Weg und errei-chen nach 700 m den Humbergturm (13). Der Aus-sichtsturm steht auf dem 425 m hohen Großen Humberg. Im Herbst 1898 war Baubeginn. Anfang Septem-ber 1900 wurde der Turm eingeweiht. Er ist heute im Besitz der Stadt Kaiserslautern. Um seine Attraktivität als Wanderziel kümmert sich der Humbergturm-Verein e.V. Kaiserslautern. Der Turm ist fast 36 m hoch. 163 Stufen führen zur Aussichtsplattform in 28 m Höhe.

Der Wanderweg Nr. 2 führt uns bergab in westlicher Richtung zum Ausgangspunkt Bremerhof zurück. Nach ca. 700 m, kurz vor der “Biker-Steilwand-Kurve” liegen links neben dem Weg noch die Reste einer VVK-Ruhebank (12), errichtet vor etwa 100 Jahren vom ehe-maligen Verschönerungsverein Kaiserslautern.

Turmlogo